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Vive l'amour

Konzert Vive l’amour

17.Mai 2009

Vor dem Konzert eine Tasse Kaffee und selbstgebackenen Kuchen genießen, diese Angebot wurde von vielen Besuchern des Sängerbund-Konzertes „Vive l’amour“ am Sonntagnachmittag begeistert aufgenommen. Die Bewirtung des „Lutherhaus-Cafés“ hatten die SchwetSingers, eine Chorgruppe des Sängerbundes, übernommen.

Das Konzert, das seine Premiere im Oktober letzten Jahres feiern durfte, wurde auf vielfachen Wunsch des Publikums ein zweites Mal aufgeführt. Und wieder waren die Zuhörer im Lutherhaus begeistert.

Denn der gemischte Chor des Sängerbundes Schwetzingen bot unter seinem neuem Namen „d’accord [da Chor]“ ein absolut neues Konzerterlebnis.

Es gab nicht nur etwas zu hören, sondern gleichzeitig auch etwas zu sehen! In kleinen Filmsequenzen wurden die vom Chor unter der Leitung von Mathias Behrends vorgetragenen Lieder entsprechend interpretiert. Das Thema Liebe spielte in den dargebotenen Stücken die Hauptrolle. Es wurde die Sehnsucht, das erste Verliebtsein, das wahre Glücksgefühl, die Höhen und Tiefen, der Ehealltag, das Verlassenwerden beschrieben. Dabei spielten vor allem die sieben im Chor singenden Ehepaare die unterschiedlichen Stufen der Liebe in kleinen Kurzfilmen nach. Und so schlendert z.B. zu dem Gesang des Chors von „Junger Mann im Frühling“ auf der Leinwand ein Sänger aus dem Bass an einer Sängerin aus dem Alt, die auf einer Parkbank sitzt vorbei um sie dann bei ersten Flirtversuchen „anzubaggern“. Bei dem Lied „Die Kunst des Küssens“(Musik und Text aus dem 17.Jahrhundert) waren gleich mehrere küssende Ehepaare, allesamt Vereinsmitglieder, im Film zu sehen. Dass auch der Ehealltag durchaus romantisch sein kann, bei einem kleinen Frühstück auf dem Balkon, zeigte ein anderes Sängerehepaar im Film. Es stand auch „ein kleiner grüner Kaktus“ auf dem Balkongeländer und dass der sticht konnte „Herr Krause vom Nachbarhause“ bezeugen! Was „d’accord“ zu diesem Filmchen sang, ist leicht zu erraten. Dieser Beitrag erzeugte genauso wie ein anderer Titel der Comedian Harmonists(„Ich hab das Fräul’n Helen baden seh’n“) das meiste Gelächter beim Publikum. Hierbei bewies ein Sänger aus dem Tenor eine meisterliche schauspielerische Leistung, er wandelte sich vom griesgrämigen Friedrich über das freudige Erstaunen zu einem gutgelaunten, fröhlich pfeifenden Zeitgenossen. Hatte er doch das schöne Fräul’n Helene baden sehen, gespielt von einer Sopransängerin, die sich mit viel Schaum umgeben, in der Wanne den Rücken schrubbte.

Zu manchen Liedern gab es keine szenische Handlung und doch hatten sie ihre metaphorische Interpretation :so schwammen z.B. mehrere Hochzeitsbilder im Wasser, um das Sinnbild „das Leben ist ein ewiger Fluss“ zu verdeutlichen und genau das Hochzeitsbild vom ältesten singenden Sängerbundchor blieb stehen und wurde zum aktuellen Bild der Beiden übergeblendet.

Viele Ideen wurden von einer Arbeitsgruppe des Sängerbundes im Sommer vergangenen Jahres diskutiert und ausgedacht und - schließlich vom Amateurfilmer Joachim Schäfer in mühevoller Kleinarbeit filmisch umgesetzt und bearbeitet. Die Dreharbeiten haben trotz der vielen Mühe auch Spaß gemacht. Die Mitwirkenden erfuhren, dass die Schauspielerei ein doch sehr arbeitsintensiver Beruf ist. Die Szenen mussten aus verschiedenen Gründen immer mehrmals gedreht werden: mal schauten die Schauspieler zu sehr in die Kamera, ein anderes Mal drehten sie sich zu früh um oder das Ganze musste wegen Lachens abgebrochen werden! Und auch wenn die Akteure selbst auf dem fertigen Film gar nicht zu erkennen sind, z.B. beim Schreiben eines Liebesbriefes oder beim Wedeln mit geheimnisvollen Schleiern, waren doch alle immer mit viel Engagement und Eifer dabei. Und so entstand ein wirkliches Gemeinschaftsprodukt der Chorgruppe „d’accord“. Außer den Tangotänzern, die aus den Reihen des TSC Weiß-Gold Waghäusel stammten, waren alle „Schauspieler“ Sängerbunds-Mitglieder.

Trotz der vielen Bilder und Filmen stand natürlich bei dem Konzert der Gesang im Vordergrund. Und so sang „d’accord“ unter der Leitung ihres Dirigenten Mathias Behrends die schon erwähnten Evergreens der Comedian Harmonists, die das Publikum gerne mitsummte. Aber ebenso kamen Lieder älteren Ursprungs, z.B. „All mein Gedanken“ oder „Mit Lieb bin ich umfangen“ ins Programm. Durch Zarah Leander bekannt wurde „Der Wind hat mir ein Lied erzählt“ Elena Spitzner begleitete den Chor am Klavier bei diesem und auch anderen Liedern, zusammen mit der Cellistin Valeria Lo Giudice. Als weiterer Instrumentalist fungierte Oskar Hardung an der Trommel.

Das Konzert endete mit einer festlichen Tafel, an der alle Chormitglieder Platz nahmen und dem dänischen(!) Volkslied „Vive l’amour“, das schließlich mit einem fulminanten Feuerwerk auf der Leinwand gekrönt wurde.

Alles in allem war die zweite Aufführung von „Vive l’amour- Es lebe die Liebe“ ein wirklich gelungenes Konzert, das bei all der Mühe und Liebe, die die Vorbereitung gekostet hat, noch mehr Zuschauer verdient gehabt hätte. Denen, die da waren, hat es sehr gut gefallen und sie sangen bei der Zugabe „Er heißt Waldemar“ begeistert mit.    SR

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